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Energiewende braucht ein neues Strommarktdesign für dezentrale Bürger-Energie

Die Bundesnetzagentur konsultiert über den Netzentwicklungsplan zum Ausbau des Stromnetzes bis 2035.

Die Bundesnetzagentur hält an einem zentralen Netzausbau zugunsten großer Konzerne fest. Weder eine Kosten-Nutzen-Analyse noch eine volkswirtschaftliche Optimierung, wie es das Energiewirtschaftsgesetz fordert, werden durchgeführt.

Die Bundesnetzagentur konsultiert über den Netzentwicklungsplan zum Ausbau des Stromnetzes bis 2035. Dazu erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): 

„Der aktuelle Netzentwicklungsplan sieht einen überdimensionierten Ausbau der Stromnetze vor. Der BUND fordert schon lange, Stromnetze dezentral, also vor Ort auszubauen. Das hätte nicht nur einen positiven Einfluss auf den Umweltschutz und würde für mehr soziale Gerechtigkeit beim dringend benötigten Ausbau der erneuerbaren Energie sorgen. Strom, der vor Ort in der Hand von Bürgerinnen und Bürgern, Energiegemeinschaften und Kommunen erzeugt, gespeichert und verbraucht wird, muss nicht erst durch die ganze Republik transportiert werden. Gleichzeitig bieten dezentrale Netze eine größere Versorgungssicherheit, weil die Energieversorgung auf die vielen kleinen Anlagen verteilt wird und nicht von wenigen großen abhängig ist.

Der BUND fordert von der neuen Bundesregierung, ihr im Sondierungspapier angekündigtes neues Strommarktdesign schnell umzusetzen. Dieses muss auf Dezentralität mit Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch auf regionaler Ebene basieren. Damit kann der Ausbau der Übertragungsnetze deutlich reduziert werden, wie wissenschaftliche Studien zeigen. Bis dahin muss es ein Moratorium der Stromnetzplanung geben. Die Bürger-Energie-Bewegung wartet sehnlichst darauf, dass man ihr den von der alten Bundesregierung verweigerten rechtlichen Spielraum gibt.“

Hintergrund:
Die Bundesnetzagentur hält an einem zentralen Netzausbau zugunsten großer Konzerne fest. Weder eine Kosten-Nutzen-Analyse noch eine volkswirtschaftliche Optimierung, wie es das Energiewirtschaftsgesetz fordert, werden durchgeführt. Ein großer Anteil der 80 Milliarden Euro Netzausbaukosten für hunderte Kilometer langer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ-Leitungen) könnte gespart und in bessere Alternativen der Energieplanung gesteckt werden könnte.

BUND / 25.10.2021

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