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RSF fordert Einsatz für Marlene Förster und Matej Kavčič

Nach der Festnahme der deutschen Journalistin Marlene Förster und ihres slowenischen Kollegen Matej Kavčič im Irak fordert „Reporter ohne Grenzen“ Einsatz von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock.

Nach der Festnahme der deutschen Journalistin Marlene Förster und ihres slowenischen Kollegen Matej Kavčič im Irak fordert „Reporter ohne Grenzen“ Einsatz von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock.

Nach der Festnahme der deutschen Journalistin Marlene Förster und ihres slowenischen Kollegen Matej Kavčič im Irak fordert die Hilfsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) Einsatz von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. „Die Zustände in irakischen Gefängnissen sind erschreckend, kein Mensch sollte auch nur einen Tag zu Unrecht in ihnen verbringen müssen“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr laut einer heutigen Mitteilung.

Förster und Kavčič waren am Mittwoch nach Ostern in der ezidisch geprägten Şengal-Region (Sindschar) im Norden des Irak festgenommen worden. Dort hatten sie zur gesellschaftlichen Entwicklung seit dem Genozid der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) an den Ezidinnen und Eziden recherchiert. Nach zwei Tagen in Gewahrsam in einer irakischen Militärstation in Şengal wurden beide Medienschaffenden nach Bagdad verschleppt. Der Vorwurf gegen sie lautet: Terrorverdacht.

Während Marlene Förster in einer Einzelzelle im Hauptquartier des irakischen Geheimdienstes festgehalten wird und mittlerweile konsularische Betreuung durch die deutsche Botschaft in Bagdad erhält – bis zum Gespräch mit einer Botschaftsmitarbeiterin am vergangenen Donnerstag war die 29-jährige Darmstädterin allerdings im Hungerstreik – gibt es zu Matej Kavčič seit seiner Festnahme noch immer keinen Kontakt.

„Mit der Festnahme dieser beiden engagierten jungen Medienschaffenden zeigen die irakischen Behörden, dass weder über die Situation der jesidischen Minderheit im Sindschar noch über die Aktionen der türkischen Streitkräfte in dieser Region etwas nach außen dringen soll“, kritisierte Mihr. In Şengal kommt es häufig zu völkerrechtswidrigen Aktionen des Nato-Staates Türkei gegen die ezidische Gesellschaft, die von der westlichen Staatengemeinschaft in der Regel ignoriert werden. Aktuell findet dort zudem ein Großangriff der irakischen Armee in Şengal statt. Offensichtlich sollen die mühsam von den Überlebenden des Genozids aufgebauten Selbstverwaltungs- und Verteidigungsstrukturen der Ezidinnen und Eziden vernichtet werden.

Solidaritätsaktionen zum Tag der Pressefreiheit

Zum Tag der Pressefreiheit am morgigen Dienstag, 3. Mai, wollen sich Unterstützerinnen und Unterstützer mit Marlene Förster und Matej Kavčič solidarisieren. Unter dem Hashtag #FreeMarleneandMatej wird auf Twitter zu Kundgebungen in Berlin, Frankfurt, Potsdam und Marburg aufgerufen. Zeit und Ort der Versammlungen haben wir in einer kurzen Übersicht zusammengestellt.

IS-Genozid in Şengal

2014 verübte die Terrororganisation „IS“ einen Völkermord an der ethno-religiösen Volksgruppe der Ezidinnen und Eziden, im deutschen Sprachgebrauch als „Jesiden“ bezeichnet. Etwa 10.000 Menschen wurden Schätzungen nach getötet, über 400.000 aus ihrer Heimat vertrieben. Rund 2.700 verschleppte Frauen und Kinder werden bis heute vermisst.

ANF

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Written by Claudia Carmen

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