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Mathias Berg: Der Lohn des Verrats

Buchrezension:

Der Lohn des Verrats

Mathias Berg kennen wir bereits durch seinen außergewöhnlichen Kriminalroman „Der Preis der Rache“, wo die junge forensische Psychologin Lupe Svensson damals als Praktikantin bei der Polizei, mit dem erfahrenen Kriminalbeamten Otto Hagedorn den Fußmörder fasste. Wir sehen dieses eigenartige Ermittlerteam erneut bei einem neuen Fall, der genauso ungewöhnlich ist. Diesmal geht es darum den verschwundenen Fabian zu finden oder wenigstens aufzuklären, was mit ihm geschah.

Der junge Fabian Küster, ein 20 Jahre alter Schüler und Sohn einer reichen Familie, der nach seinem Abitur auf einen Studienplatz wartete, verschwand vor 10 Jahren spurlos bzw. nach einer Weile mit einem Abschiedsbrief aus dem Leben seiner Familie. Alle Spuren, ihn wiederzufinden, landeten in einer Sackgasse weswegen der Fall bzw. die nötigen Ermittlungen nach kurzer Zeit eingestellt wurden. Wie es bei vielen Vermisstenfällen üblich ist, werden die Betroffen auf den staubigen Regalen der Polizei (heute vielleicht auf den Festplatten) ihrem Schicksal überlassen.

Zehn Jahre danach glaubt die Mutter Gabriele Küster immer noch daran, dass ihr Sohn am Leben ist und bittet unsere Lupe und Otto um Hilfe. Als Fabians Vater vor Kurzem gestorben ist, fand Gabriel auf der Trauerfeier einen kleinen grünen Grabkranz, worauf „Die Zeit heilt nicht alle Wunden“ geschrieben stand und mit der Abkürzung F. gekennzeichnet war. Sie fotografierte dies und zeigt das Foto den beiden Ermittlern. Obwohl sie früher auch nicht fest davon überzeugt war, dass ihr Sohn Fabian Opfer eines Verbrechens wurde, ist sie nun tatsächlich fest davon überzeugt, dass ihr Sohn noch am Leben ist.

Der Fall erweckt das gewisse Interesse unserer Ermittler und sie fangen an den merkwürdigen Fall vom verschwundenen Fabian aufzunehmen. Gleich beim Beginnen merken sie, dass einige Kenntnisse nicht mit dem übereinstimmen, was bis dahin geschah. Sie begegnen einem ähnlichen Fall wie Fabian. Es gibt noch einen Fall, der nicht geklärt wurde und wo das Opfer tot aufgefunden wurde.

Was haben die Fälle Fabian Küster und Bianca Jäger gemeinsam? Ob die am Anfang des Romans erwähnte Autostop Angelegenheiten mit den Fällen zu tun haben? Gibt es andere Opfer als Fabian und Bianca? Wie geht die Polizei mit solchen Fällen um? Wie gehen unsere Helden mit den sogenannten Cold Cases um? All diese Fragen und mehr warten in diesem über 400-seitigen Roman auf den Leser und werden unterhaltsam, flüssig, ja sogar spannend beantwortet.

Der fleißige Autor Mathias Berg hat uns schon vorher mit seinen klugen, glaubwürdigen und facettenreichen Helden in seinem letzten Kriminalroman beschenkt. Ich bin fest davon überzeugt, dass beide Fälle wenn auch nicht demnächst auf alle Fälle irgendwann verfilmt und auf die Leinwand gebracht werden. Weil sie gut geschrieben, außergewöhnlich, unterhaltsam und aufregend sind. Selten begegnet man solchen Krimis, die sich von Anfang an ohne Pause zu machen, bis zum Ende lesen lassen.

Ich finde nicht nur, dass Mathias Berg ein überdurchschnittlicher Krimiautor ist, sondern dass er auch mit dem Schreiben ernsthaft was unter dem Hut hat. Er kennt den Menschen, insbesondere seine seelischen, wechselhaften und vieldimensionalen Zustände, was einen Autor selbstverständlich stärker und authentischer macht. Nicht nur sein Plot und seine Protagonisten sagen uns das, auch sein faszinierender Erzählstil, den man leider nicht bei jedem Krimiautor wiederfindet, obwohl dieser immer wieder wünschenswert ist und mit Sehnsucht gesucht wird. Als ob das Schreiben bzw. Erzählen ihm so leichtfällt und alles selbstverständlich wäre.

„Der Lohn des Verrats“ ist ein gelungener Roman von Mathias Berg, der sein gerechtes Lob verdient. Mein einziger Kritikpunkt ist die Anzahl an Seiten, welche ich persönlich für einen Krimi zu hoch finde. Sonst kann ich ihn nur empfehlen. Jeder der Krimis und gute Romane liebt, wird dieses Werk auch mögen.

09.06.2021

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